Suche

Suche

Publikation

 

Ratgeber: Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau

 

Ratgeber Freiland
Stefan Kühne, Ulrich Burth, Peggy Marx (Hrsg.) (2006): Biologischer Pflanzenschutz im Freiland, Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau. Eugen Ulmer-Verlag, 304 S., 256 Farbf., geb. ISBN 3-8001-4781-5.

 

Das Fachbuch Biologischer Pflanzenschutz im Freiland - Kühne, Burth, Marx (Hrsg.) 2011 auch in spanischer Sprache in Madrid und Mexico (Ediciones Mundi-Prensa) erschienen.

ISBN-13:978-84-8476-5110

 

Cuidado de cultivos

 

  Biolog Pflanzenschutz GWH

Ratgeber Gewächshaus

Reinhard Albert, Christoph Allgaier, Harald Schneller, Klaus Schrameyer (2007): Biologischer Pflanzenschutz im Gewächshaus. Eugen Ulmer-Verlag, 282 S., geb. ISBN 978-3-8001-4772-4.

 

 

 

.

Pflanzenschutz im Ökolandbau: Grundsätzliches

Die deutliche Ausweitung des Ökologischen Landbaus in Deutschland in den letzten Jahren hat weit reichende Konsequenzen für die pflanzliche Produktion. Eine besondere Position nimmt dabei zukünftig der Pflanzenschutz als ertragssichernde und qualitätsbestimmende Komponente ein.

Wichtigstes Grundprinzip ist die Vermeidung von Krankheiten und Schädlingen durch vorbeugende Maßnahmen. Diese sind insbesondere pflanzengerechte Standortwahl, Fruchtfolge, Sortenwahl, Bodenbearbeitung, organische Düngung und die Habitatgestaltung mit qualitativ hochwertigen Saumbiotopen wie z. B. Hecken und Feldrainen, die zur Nützlingsförderung beitragen. Hierbei zeigen sich Parallelen zum integrierten Pflanzenschutz, der in seinem Konzept ebenfalls die Nutzung natürlicher Regelmechanismen einschließt. Im Gegensatz dazu verzichtet der Ökologische Landbau fast vollständig auf die Anwendung synthetischer Pflanzenschutzmittel.

Strategien der verschiedenen Pflanzenschutzkonzepte

 

Integrierter Pflanzenschutz

Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau

Anwendung aller praktikablen Maßnahmen zur Schadensabwehr

Vorbeugende Maßnahmen und natürliche Regelmechanismen haben Vorrang gegenüber Abwehr und Bekämpfung

Abwehrmaßnahmen nach Befallsermittlung

Situationsbezogene Dosierung von Pflanzenschutzmitteln

Verbot gentechnisch veränderter Organismen


Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel

Einbeziehung natürlicher Regelmechanismen und ökologischer Forderungen

Anwendung von Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmitteln nur auf naturstofflicher Basis

 

  • Der Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau stellt einen systemorientierten Ansatz dar und fordert ein komplexes Vorgehen.
  • Der Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau sichert in besonderer Weise die Nachhaltigkeit und betont die ökologischen und sozialen Belange.
  • Vorbeugende Maßnahmen und die Nutzung von Mechanismen der biologischen Selbstregulation haben Vorrang vor Abwehr- und Bekämpfungsmaßnahmen.
  • Die Anwendung gentechnisch veränderter Organismen oder ihrer Produkte ist verboten.
  • Die Anwendung synthetischer Pflanzenschutzmittel ist verboten. Für die Anwendung aller anderen Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel gilt:
  • Es dürfen nur solche Pflanzenschutzmittel angewendet werden, deren Inhaltsstoffe pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Ursprungs sind und in der Verordnung (EG) Nr. 834/2007, Anhang II Teil B (Pflanzenschutzmittel) verzeichnet sind.
  • Pflanzenschutzmittel sollen nur dann eingesetzt werden, wenn sie für die Kontrolle von Schadorganismen notwendig sind und keine andere biologische, physikalische oder pflanzenbauliche Alternative zur Verfügung steht.
  • Die Zubereitung und Anwendung von ausgewählten Pflanzenschutzmitteln im eigenen Betrieb ist möglich (z. B. Quassia) und wird durch § 6a Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe b Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) geregelt.
  • Pflanzenstärkungsmittel pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Ursprungs dürfen grundsätzlich eingesetzt werden, um die Abwehrkraft der Pflanzen gegen Schadorganismen zu erhöhen.

Pflanzen oder auch andere Grundstoffe (anorganische Stoffe) können im eigenen Betrieb oder aus der Umgebung gesammelt und für die Selbstherstellung von Pflanzenschutzmitteln genutzt werden (z. B. Brennnesselbrühe). Das Sammeln darf dabei die Stabilität des natürlichen Habitats oder den Erhalt einer bestimmten Spezies innerhalb des Sammelgebietes nicht beeinträchtigen.



.