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Hydrolisiertes Eiweiß

 

zusammengestellt und bearbeitet von:

Stefan Kühne, Britta Friedrich - JKI, Institut für Strategien und Folgenabschätzung, Kleinmachnow


Verwendung:

Lockmittel für Insekten
Pflanzenstärkungsmittel

Anwendung entsprechend:

EG-Verordnung Nr. 889/2008

Zugelassene Pflanzenschutzmittel in Deutschland

keine

Insektizide Wirkung

Köder auf der Basis von Eiweißhydrolysaten werden bei der Bekämpfung von Fruchtfliegen eingesetzt. Sie üben eine hohe Attraktivität auf begattete Weibchen aus, da diese für die Eientwicklung auf Proteine angewiesen sind.
Jedoch auch Männchen werden angelockt. Dem Proteinhydrolysat wird ein Insektizid beigemischt und diese Mischung in "Single shots" in den Kronen der Bäume ausgebracht (THEINERT, 1999). Erfolgreich wurde diese Methode u. a. bei der Bekämpfung der Mittelmeerfruchtfliege Ceratitis capitata (Wied.) angewandt. DELRIO & ORTU (1988) testeten eine Kombination von Ammoniumazetat und Proteinhydrolysat mit guten Erfolgen in Orangenkulturen. Ergebnisse von ROS et al. (1988) in Zitrusplantagen zeigten, dass eine Zugabe von Insektiziden die Lockwirkung reduzierte. Der Prozentgehalt gefangener Fliegen erhöhte sich proportional zum Eiweißgehalt.
Auch gegen die Olivenfliege Dacus oleae werden Proteinköderfallen erfolgreich eingesetzt. Die meisten adulten Fliegen wurden 4-6 Tage nach Ausbringung der Fallen gefangen. Danach war die Anzahl nicht signifikant höher als in unbeköderten Fallen (MONACO, 1981).

Wirkung als Pflanzen-
stärkungsmittel

Der organische Flüssigdünger Siapton besteht aus hydrolisiertem tierischen Eiweiß und enthält 55 % Aminosäuren. Er soll zur Überwindung von Streß- und Mangelsituationen beitragen und dadurch die Produktion optimieren. Versuchsergebnisse zeigen beim Apfel verbesserten Fruchtansatz, gefördertes Pollenschlauchwachstum, bei Süßkirschen Behangstabilisierung und Reduzierung geplatzter Früchte. Positive Auswirkungen zeigten sich auf den Fruchtbesatz auch bei Birnen, Aprikosen und Zwetschgen, Erdbeermehltau konnte reduziert werden (SCHÜLER 1995).

Wirkung auf Nützlinge

Bei den Versuchen von ROS et al. (1988) wurden in den Lockfallen auch beträchtliche Mengen an Nützlingen gefangen, so die Florfliege Chrysoperla carnea, der Marienkäfer Rodolia cardinalis (ein Gegenspieler der Orangenschildlaus) und Conwentzia psociformis (Staubhafte, welche zu der Fam. der Netzflügler gehört u. deren Larven Blatt- und Schildläuse jagen).
DELRIO & PROTA (1980) testeten verschiedene Fallen, u. a. auch beköderte Gelbfallen, kamen aber zu der Erkenntnis, dass Gelbfallen (visueller Reiz) mit Vorsicht einzusetzen sind, da sie einen unerwünschten Nebeneffekt auf verschiedene Nutzarthropoden besitzen.

 

Literatur:

  1. DELRIO, G.; ORTU, S. (1988): Attraction of Ceratitis capitata to sex pheromones, trimedlure, ammonium and protein bait traps. Bulletin SROP 11 (6), 20-25
  2. DELRIO, G.; PROTA, R. (1980): Comparison between chromotropic and chemotropictraps for Ceratitis capitata Wied. Standardization of biotechnical methods of integrated pest control in citrus orchards, 87-102, publ. 1981
  3. MONACO, R. (1981): Tests of the attractiveness of protein baits. Informatore Fitopatologico 31 (1/2), 67-71
  4. ROS, J. P. et al. (1988): Efficiency of hydrolyzed protein in baited sprays against Ceratitis capitata Wied. Boletin de Sanidad Vegetal, Plagas 14 (1), 5-9
  5. SCHÜLER, P. (1995): Versuch einer Beurteilung ausgewählter Pflanzenpflege- und Pflanzenstärkungsmittel aufgrund einer Literaturrecherche. 7. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obstbau, 14. und 15.12.1995, Weinsberg, 179 S.
  6. THEINERT, C. (1999): Zum Orientierungsverhalten der Kirschfruchtfliege Rhagoletis cerasi L., Ergebnisse einer Literaturrecherche, Studie BBA, Institut f. Pflanzenschutz im Obstbau, 11 S. noch nicht veröffentlicht


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