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Kieselgur, amorphe Diatomeenerde

 

zusammengestellt und bearbeitet von:
 

Stefan Kühne, Britta Friedrich - JKI, Institut für Strategien und Folgenabschätzung, Kleinmachnow

Herkunft:

Ablagerungen von Kieselalgen
Kieselgur wird aus Erdschichten abgebaut, die ehemals von Süß- oder Salzwasser bedeckt waren. Es handelt sich um fossile Ablagerungen von Kieselalgen, deren Körperskelett aus Kieselsäure besteht. Chemisch identisch mit Siliziumdioxid hat es jedoch im Vergleich zu kristallinem Quarzsand eine amorphe Struktur. Feine Partikel sind damit zwar lungengängig, führen aber nicht zu einer Staublunge (Silikose) wie das bei kristallinem quarzhaltigen Feinstaub passieren kann. (Kühne, Burth, Marx 2006)

Verwendung:

Kieselgurstaub aus zermahlenen Kieselalgenskeletten ist im Vorratsschutz derzeit für die Behandlung von Getreide zugelassen und muss gleichmäßig in die gesamte Getreidemenge eingemischt werden. Der Staub reagiert nicht chemisch, sondern bindet je nach Artzusammensetzung der Kieselalgen eher Wasser oder Fett aus dem Insektenkörper und führt damit zu einem unkontrollierten Wasserverlust der Schaderreger. Bei Dosierungen von mehr als 100 g/t kann der optische Eindruck oder der Geruch des behandelten Getreides verändert werden. Die große Oberfläche des Staubes nimmt starke Gerüche schnell an. (Kühne, Burth, Marx 2006)

Insektizide Wirkung

Diatomeenerden wirken primär durch die Zerstörung der als Wasserbarriere dienenden Wachsschicht, mit anschließender Dehydration des Insekts. (Mewis & Ulrichs, 2001).

Wirkung auf Nützlinge

Aufgrund der durch die Pflanzenschutzmittelzulassung festgelegten Anwendungen des Mittels werden Bienen nicht gefährdet.

 

 

 

Literatur:

  1. KÜHNE, S.; BURTH, U.; MARX, P. (Hrsg.) (2006): Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 288 S.
  2. MEWIS, I.; ULRICHS, C. (2001): Wirkungsweise amorpher Diatomeenerden auf die Vorratsschädlinge Sitophilus granarius und Tenebrio molitor. Gesunde Pflanzen, 53, 4, S. 110-119


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