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Rotenon

 

zusammengestellt und bearbeitet von:


Stefan Kühne, Britta Friedrich, JKI, Institut für Strategien und Folgenabschätzung, Kleinmachnow


Stammpflanze

Derris spp., Lonchocarpus spp., Terphrosia spp.

Synonyme

Rotenol

Herkunft

Das Mittel wird aus den Wurzeln von bestimmten, in tropischen Regionen heimischen Leguminosen-Pflanzen gewonnen.

Inhaltsstoffe

Rotenoide

Insektizide Bestandteile

Pyrethrin, Cinerin, Jasmolin

Verwendung



Historischer Pflanzenschutzmittelwirkstoff.

Es wurde als Pulver oder Flüssigkeit (teilweise in Kombination mit Pyrethrum) gegen verschiedene Insekten im Freiland und im Vorratsschutz außerhalb Deutschlands eingesetzt.

 

Die geschätzte LD50 (Mensch p.o.) beträgt 0,3 - 0,5 g/kg (bei Inhalation toxischer) (FUGMANN 1997).

Insektizide
Wirkung

Rotenon ist ein Kontakt- und Fraßgift. Rotenon greift in die Atmungskette ein und unterbricht die mitochondriale Elektronentransportkette (FUGMANN 1997).Ebenso wie Nikotin weist Rotenon unerwünschte Eigenschaften auf. Zu kurze Wirkungsdauer, unerwünschte Wirkungsmechanismen mit starker Beeinträchtigung des Nervensystems und eine damit verbundene hohe Warmblütertoxizität, Bienen- oder Fischgiftigkeit führten zum Rückgang des Einsatzes (ZEBITZ, 1998). In der Schweiz sind Präparate mit Wirkstoff Rotenon zugelassen. Von dort gibt es Ergebnisse über den Einsatz im Obstbau. Z. B. wurde eine durch die Mehlige Apfelblattlaus befallene Apfelanlage einer Vorblüte-Behandlung mit einem Präparat aus Rotenon + Pyrethrin unterzogen. Dies führte zu einer 100%igen Reduktion der Blattlauspopulation (HÖPLI et al. 1992).

 

Wirkung auf Wasserorganismen

Rotenon ist ein starkes Fischgift

 

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Literatur:

  1. FUGMANN, B. (1997): RÖMPP Lexikon Naturstoffe. 10, Stuttgart New York, 735 S.
  2. HÖPLI, H.-U., GRAF, B., HÖHN, H. (1992): Einsatz von Schmierseifen-Produkten zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau. 5. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obstbau, 19. und 20.11.1992, Weinsberg, 133 S.
  3. SCHMID, O., HENGGELER, S. (1989): Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Stuttgart: Ulmer, 270 S.


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