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Schmierseife

 

zusammengestellt und bearbeitet von:


Stefan Kühne, Britta Friedrich - JKI, Institut für Strategien und Folgenabschätzung, Kleinmachnow


Synonyme:

Kali-Seife, Natron-Seife

Herkunft:

Verseifung einer Fettsäure (unterschiedlicher Herkunft) mit einer alkalischen Lösung (Natron- oder Kalilauge)

Verwendung:

Insektizid: Kontakt- oder Netzmittel
gegen Blattläuse, mit Alkohol versetzt auch gegen Spinnmilben, Schildläuse und Raupen
Wichtige Merkmale für Seifen die zu Spritzbrühen verarbeitet werden:

pH Wert nicht über 10

reine Kali-Seife ohne Zusätze

keine normale Haushaltsschmierseife verwenden

 

Die Wirkung des Seifenfilms hält nicht lange an. Er zersetzt sich innerhalb weniger Stunden durch den Einfluß von Licht und Luft.

Insektizide Wirkung

STRAUB & KIENZLE (1990) erzielten gute Erfolge mit Schmierseife in Kombination mit Alkohol (je 2%) bei der Bekämpfung der Mehligen Apfelblattlaus D. plantaginea, ebenso mit dem im Handel erhältlichen Seifenpräparat Neudosan. Ein früher Einsatz der Präparate ist jedoch zu beachten. Zu ähnlichen Ergebnissen mit Neudosan kamen auch BÄR et al. (1993). In allen behandelten Versuchsvarianten konnte die Population von D. plantaginea reduziert werden.

Insektizide Zubereitungen

Schmierseifen-Lösung
150-300 g Schmierseife in 10 l heißem Wasser lösen, nach dem Abkühlen unverdünnt gegen Blattläuse spritzen (KREUTER 1990)
Schmierseifen-Spiritus-Lösung
Brennspiritus höchstens in Mengen von 1% bis 3% zufügen

aggressiver als die wässrige Seifenlösung

Spiritus greift die wachsartige Schutzschicht einiger Insekten an, gegen Schild-, Woll- und Blutläuse

ökologische Bedenken schwerwiegender als bei wässriger Seifenlsg. (KREUTER 1990)


Schmierseifen-Lösungen nach SCHMID & HENGGELER (1989):
I: 40 g Schmierseife mit 1/8 l Petrol in heißem Wasser gut vermischen (milchige Farbe), 25 l kaltes Wasser zugeben, gut mischen, wird vor Fruchtbildung unverdünnt auf die Pflanze gesprüht, gegen Blattläuse, Spinnmilben (Rote Spinne).
II: 100 bis 300 g Schmierseife, ½ l denaturierter Spiritus, 1 Eßlöffel Kalk, 1 Eßlöffel Salz, 10 l Wasser, gut verrühren, bei starkem Befall unverdünnt auf die Pflanze spritzen.

Wirkung auf Nützlinge

Schmierseifen können als gering bis mitteltoxisch gegenüber der Raubmilbe T. pyri eingestuft werden (HÖPLI et al., 1992). In Versuchen wurde ein Rückgang der Raubmilben-Dichte von 19% bis 40% festgestellt, im Vergleich zu anderen Präparaten ein erfreuliches Ergebnis.
Bei den Versuchen von BÄR et al. (1993) mit Neudosan konnte kein wesentlicher negativer Effekt auf Nützlinge festgestellt werden.
Bei einem Versuch mit 0,3%iger Biofa-Seife wurde kein negativer Einfluß auf die Populationsentwicklung der Raubmilbe T. pyri festgestellt (EPP & GALLI, 1990). Die zugelassenen Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoff Kali-Seife sind als nichtbienengefährlich eingestuft (PFLANZENSCHUTZMITTEL-VERZEICHNIS 1998).

 

Literatur:

  1. BÄR, M., KIENZLE, J., ZEBITZ, C., SCHMIDT, C. (1993): Wirksamkeit von Neudosan auf die Mehlige Apfelblattlaus (D. plantaginea) bei unterschiedlicher Applikationstechnik. 6. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obstbau, 18. und 19.11.1992, Weinsberg, 195 S.
  2. EPP, P., GALLI, P. (1990): Methodik und erste Ergebnisse der Prüfung von Präparaten des alternativen Obstbaus hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Raubmilben. 3. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obst- und Weinbau, 8.-9.11.1990, Weinsberg, 126 S.
  3. HÖPLI, H.-U., GRAF, B., HÖHN, H. (1992): Einsatz von Schmierseifen-Produkten zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau. 5. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obstbau, 19. und 20.11.1992, Weinsberg, 133 S.
  4. KREUTER, M.-L. (1990): Pflanzenschutz im Bio-Garten. BLV, München Wien Zürich, 249 S.
  5. PFLANZENSCHUTZMITTELVERZEICHNIS (1998): Alle Pflanzenschutzmittel auf CD-ROM, Stand 11.03.1998, Saphir Verlag, Ribbesbüttel
  6. SCHMID, O., HENGGELER, S. (1989): Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Stuttgart: Ulmer, 270 S.
  7. STRAUB, M., KIENZLE, J. (1990): Versuche zur Blattlausregulierung mit alternativen Pflanzenbehandlungsmitteln. 3. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obst- und Weinbau, 8.-9.11.1990, Weinsberg, 126 S.


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