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Pflanzenöle

Pflanzenöle

zusammengestellt und bearbeitet von

Stefan Kühne, Britta Friedrich - JKI, Institut für Strategien und Folgenabschätzung, Kleinmachnow

1. Etherische Öle

Sammelbezeichnung für aus Pflanzen gewonnene Konzentrate, die als natürliche Rohstoffe hauptsächlich in der Parfüm- und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Sie bestehen mehr oder weniger aus flüchtigen Verbindungen. Oft wird der Begriff auch für die noch in den Pflanzen enthaltenen flüchtigen Inhaltsstoffe verwendet. Im eigentlichen Sinn versteht man aber unter etherischen Ölen Gemische aus flüchtigen Komponenten, die durch Wasserdampfdestillation aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden (FUGMANN, 1997). Bekannt in etwa 100 Familien von höheren Pflanzen mit ca. 2000 Arten. Viele etherische Öle haben reizende, allergisierende, phototoxische oder giftige Eigenschaften (ROTH/ DAUNDERER, 1998). Sie finden Verwendung im Pflanzenschutz als Fungizid, Akarizid, Insektizid und Keimhemmstoff. Zum Beispiel konnten RIEBAU et al. (1996) eine hohe fungitoxische Wirkung für etherische Öle aus Wildkräutern nachweisen.

Gewinnung

Man leitet Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial oder kocht es mit Wasser. Beim Abkühlen des Dampfes scheiden sich dann im Kondensat die etherischen Öle aus der Wasserphase ab. Die Ausbeute liegt bei kommerziell genutzten Pflanzen meist in einem Bereich von 0,5 bis 5% (Fugmann, 1997).

Zusammensetzung

Echte etherische Öle bestehen ausschließlich aus flüchtigen Komponenten. Sie enthalten überwiegend Kohlenwasserstoffe oder monofunktionelle Verbindungen, wie Aldehyde, Alkohole, Ester, Ether und Ketone. Sie sind in den meisten organischen Lösungsmitteln löslich (FUGMANN, 1997).

Anwendung entsprechend

EG-Verordnung 889/2008

2. Andere pflanzliche Öle

Die bekanntesten pflanzlichen Öle, die im Ökologischen Landbau Verwendung finden, sind Rapsöl und Neemöl.
In kanadischen Untersuchungen im Gewächshaus wurden verschiedene Öle (Sonnenblumen-, Oliven-, Canola-, Mais-, Soja- und Traubenkernöl) zu ihrer Wirkung auf den Apfelmehltau untersucht. Dabei wurden sehr gute Wirkungsgrade erzielt (GERLACH, 1993).

Literatur

ANDERMATT, M. (1991): Obstmadenregulierung mit Madex: Ersatz des Magermilchpulvers durch NU-Film-17. 4. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obstbau, 05. und 06.12.1991, Weinsberg, 119 S.
BOOS, M., STRAUB, M. (1997): Regulierung des Amerikanischen Stachelbeermehltaus an Schwarzen Johannisbeeren im Ökologischen Landbau. 8. Intern. Erfahrungsaust. über Forschungsergebnisse zum Ökol. Obstbau, Beitr. zur Tagung vom 13.-14.11.1997, Weinsberg, 159 S.
FUGMANN, B. (1997): RÖMPP Lexikon Naturstoffe. 10, Stuttgart New York, 735 S.
GERLACH, W.W.P. (1993): Echter Mehltau – Alternative Bekämpfung. GbGw, 30, 1390-1392
HARZER, J. (1992): Bekämpfung der Apfelrostmilbe mit Schwefelpräparaten und Rapsöl im Sommer und deren Auswirkung auf die Raubmilbe T. pyri. 5. Internationaler Erfahrungsaustausch über Forschungsergebnisse zum Ökologischen Obstbau, 19.-20.11.1992, Weinsberg, 133 S.
HOFMEISTER, H., GARVE, E. (1986): Lebensraum Acker. Parey, 272 S.
KREBS, H., JÄGGI, W. (1999): Pflanzenextrakte gegen Bakterien-Nassfäule der Kartoffeln. AGRARFORSCHUNG, 6 (1), S. 17-20
LEUNG, A., FOSTER, S. (1996): Encyclopedia of common natural ingredients. Wiley & Sons, 649 S.
LOHMANN, M. (1992): Bäume und Sträucher – Bestimmen auf einen Blick. BLV, 182 S.
MÜLLER-RIEBAU, F., BERGER, B., YEGEN, O., CAKIR, C. (1996): Fungitoxische etherische Öle in türkischen Wildkräutern; Einfluß von Standort und Jahreszeit auf gehalt, Zusammensetzung und Konzentration der Inhaltsstoffe. Mitt. A. d. Biol. Bundesanst., Heft 321, S. 424
PFLANZENSCHUTZMITTELVERZEICHNIS (1998): Alle Pflanzenschutzmittel auf CD-ROM, Stand 11.03.1998, Saphir Verlag, Ribbesbüttel
WICHTL, M. (1997): Teedrogen. Stuttgart, 667 S

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